My LexiCan

Picture shows two panels, one with files on a shelf, denoted as "previous", one with the file structure given by the program Lexican ("afterwards").

Mein Lexican …

 

Was sammeln Sie?

Ich sammle Forschungsartikel.

Jahrelang ging das so: Ich las ein Paper und dachte, das ist aber interessant, das will ich aufheben. Aber wie? Naja, irgendwohin legen, und dann kommt das nächste einfach drauf. Wenn der Papierstapel zu hoch wurde, stellte ich ihn irgendwann senkrecht und sperrte ihn in einen Stehordner hinein. Die Stehordner bekamen manchmal eine Beschriftung, manchmal nicht, und manchmal war etwas anderes drin als was draufstand.

Problematisch war es, wenn ein Umzug anstand oder das Regal aus anderen Gründen zu klein wurde. Alles weg? Die Weihnachtstage nutzen, um große Inventur zu machen? Leider blieben nach einer solchen, meist zeitlich eingeschränkten Inventur genügend senkrechte Papierstapel in schlecht beschrifteten Stehordnern übrig.

Als alles immer digitaler wurde, blieb ich zunächst noch beim Ausdrucken, Stapeln und Einsperren. Zusätzlich bekam mein Computer aber eine Sektion mit Verzeichnissen, in die die digitalen Artikel wanderten.

 

Archivierproblem

Meine Sammlung war ein nicht archiviertes Archiv. Ein staubiger Keller aus Überschriften, Abstracts, Worten, Zahlen und Abbildungen. Ist es wirklich sinnvoll, alte Artikel aufzuheben, die es inzwischen frei im Internet gibt, wenn man nur die richtigen Suchbegriffe eingibt?

Als ich merkte, dass es eigentlich unsinnig ist, etwas aufzuheben, wenn man es dann selbst nicht wiederfindet oder eben viel leichter findet, wenn man nur im Netz sucht, hörte ich auf zu sammeln, und tatsächlich wanderte viel ins Altpapier.

Das war aber auch nicht befriedigend. Wer ein Sammler ist, möchte weiter sammeln. Offenkundig waren mein Hauptproblem die schlechte Ordnung und die noch fehlende Antwort auf die Frage, warum ich eigentlich Forschungsartikel sammle.

 

Digitale Ordnung

Ordnungssysteme gibt es elektronisch inzwischen viele und auch gute. Also schrieb ich mir auf die ToDo-Liste, ein vernünftiges Ordnungssystem zu erwerben und das Projekt „Ordnung machen“ wirklich anzugehen. Auf eine Empfehlung hin suchte ich mir das Programm Lexican von Vetafab heraus. Ich finde es sympathisch, weil es auf dem eigenen Computer anlegbar ist – ohne Cloud, die ja ihre Vorteile hat, aber die ich hier einfach nicht brauche.

Lexican sortiert Dokumente in Themengebiete ein, etwa für die Recherche für eine Studienarbeit.

Damit war es klar, wie ich meine Artikelsammlung zu ordnen hatte: nach Themengebieten. In Lexican heißen Themengebiete Wissensgebiete. Ich mag „Wissensgebiete“ – „areas of knowledge“. Was ich dort einsortiere, das „weiß“ ich.

Daraus ergibt sich auch der Sinn der Sammlung: Ich sammle, um zu wissen. Mit einem solchen Ordnungssystem für Forschungsartikel eigne ich mir Wissen über die aktuelle Forschung an.

 

Sortierung nach Wissen

Meine genaue Sortierung kristallisierte sich erst mit dem allmählichen Auffüllen mit Artikeln heraus. So war mit schon seit Jahren klar, dass ich Forschung über den Ursprung des Lebens sammle. Einen solchen Ordner hatte ich bereits. Beim Anlegen der Lexican-Ordner merkte ich dann aber, dass manches besser in ein neues Themengebiet passte, nämlich „Sterne und Weltraum“. Oder in „Synthetische Biologie“. Durch das Auffüllen mit Artikeln entspannen sich von selbst Wissenscluster, wie zum Beispiel über die verschiedenen Arten, Kohlendioxid mit Solarstrom zu reduzieren.

Solche Cluster entstehen und entwickeln sich weiter, weil man in Lexican die Wissensgebiete jederzeit umbenennen kann und die Dokumente, die sie füllen, nachträglich hin- und herschieben kann. Was an einer Stelle doch nicht so passt, wird eben woanders eingeordnet. Dokumente findet man jederzeit über den Titel, das Eingangsdatum oder die Schlagwörter wieder.

Zu jedem Eintrag in einem Wissensgebiet kann man eine Quelle als Internet-Adresse zuordnen und pdfs oder andere Dateiformate abspeichern. Abgerundet wird das Ganze durch ein paar eigene Worte – z.B. worum es bei dem Dokument genau geht. Beim Eintragen der Quelle nimmt das Programm automatisch ein Foto der Internetseite auf, aber das ist sehr klein und man kann darauf kaum etwas erkennen.

 

Schöne Ordnung

Neue Artikel einzutragen, geht schnell.

Das ist ein großer Vorteil. Ich kann ein Paper lesen und denken, das ist aber interessant. Und dann kommt nicht mehr die Frage: Schön, aber wohin damit? Nein, ich sortiere es mit einer kleinen Beschriftung einfach ein.

Ich habe mein eigenes, selbst geordnetes Wissensarchiv.

Das Sammeln macht jetzt viel mehr Spaß.