Statine und Cholesterin – vorgesorgt

Cholesterin - Rosuvastatin - Gefäßverkalkung - Vorsorge

Überweisung zum Kardiologen

Die Statine haben mich wieder.

Wenig Fleisch, viel Fisch und grüner Tee, dazu regelmäßig Sport und Bewegung draußen – all das hat Körper und Seele gutgetan. Den ganzen Sommer lang. Ich fühlte mich fit, frisch und gesund. Meine Blutwerte aber nicht.

Im September das jährliche Malwiedermessen lassen, und dann das Resultat: Die Werte waren im Keller, genauer gesagt, die Cholesterinwerte in schwindelerregenden Höhen. 350 mg/ml zusammen, LDL alleine 240 mg/ml.

Meine Hausärztin empfahl mir umgehend den Besuch beim Kardiologen. Denn der hätte noch andere Mittel, um so etwas zu senken. Ich verriet, dass ich kein Statin mehr nehme. Seit einem Jahr nicht mehr, dafür pflegte ich meine Blutgefäße mit Fisch, grünem Tee und Sport.

Angesichts der Tatsache, dass sich die Blutwerte um die Frischluftversorgung gar nicht gekümmert haben, fiel meine Argumentation, wie man sich gesund hält, jedoch etwas dünn aus.

Die Ärztin sagte gar nichts, sondern schob mir nur einen Zettel mit dem Namen eines ihr bekannten jung-dynamischen Kardiologen, der frisch von der Uniklinik kam und jetzt eine eigene Praxis unterhält, über den Tisch.

Die Argumente des Kardiologen

Zwei Monate später Termin und Vorstellung dort. Bei meinem Anblick und den Zahlenwerten rümpfte der sportliche Spezialist die Nase. Ich sei jung, gesund und hochgradig leichtsinnig, was meine Blutgefäße angeht. Umgehend solle ich Statine nehmen.

Ich versuchte, mein ganzes Fachwissen an den Mann zu bringen. Nicht LDL sei für die Verkalkung zuständig, sondern Entzündungen, die man verhindern kann. Nein, man wisse sehr wohl, dass LDL verantwortlich sei. Das sei sicher in Studien nachgewiesen worden, schallte es mir entgegen.

Ich argumentierte mit der Biochemie, also den molekularen Vorgängen an den Gefäßwänden. Ich versuchte dem Mediziner klarzumachen, dass die medizinischen Studien an Kohorten mir nicht erklären, warum bei mir eine Gefäßverkalkung wahrscheinlich ist.

Den Arzt interessiert die Biochemie nicht, sondern ob Leute mit hohen LDL-Spiegeln gefährdet sind. Und dazu geben diese Studien Auskunft.

Nun interessieren mich die Studienergebnisse mehr als den Arzt die Biochemie. Das heißt, Patienten sollten ärztliche Empfehlungen befolgen, der Arzt hat aber keine Veranlassung, molekulare Befunde zu interpretieren.

Und so ist die Lage: Kardiovaskuläre Erkrankungen sind tödlich, Statine nicht. Laut der Kohortenstudien sind sie ein gut verträgliches, hoch zuverlässiges Mittel gegen Gefäßverkalkung. Ob man das nun aus biochemischer Sicht logisch finden soll oder nicht.

Keine exakte Wissenschaft

Außerdem sei Medizin keine exakte Wissenschaft. Ja, das sagte der Kardiologe selbst. Ich bin froh, dass wir uns wenigstens darin einig sind. Dann schaute der Herr noch per Ultraschall in meine Schlagadern und die Herzkranzgefäße. Alles in Ordnung.

Gut. Nehmen wir das Statin. Ein Leben lang. Ich hoffe, es nützt.