Smartphones machen doch nicht blind

Smartphones

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Keine Zunahme der Kurzsichtigkeit unter Kindern und Jugendlichen

„Du machst dir deine Augen kaputt!“, schimpfen viele Eltern und hoffen, dadurch ihren Kindern Medienenthaltsamkeit nahezubringen.

Seit den 2000er Jahren halten digitale Endgeräte wie Smartphone, Tablet und Computer ihren Einzug im Kinderzimmer. Im Durchschnitt verbringen Kinder und Jugendliche viele Stunden am Tag mit Mediennutzung.

Jetzt hat aber eine Studie gezeigt, dass der Anteil von kurzsichtigen Kindern im Zeitraum 2014 bis 2017 genauso hoch war wie zwischen 2003 und 2006. Der massive Einzug von Smartphones, Tablets und andere Bildschirme haben also die Augen der Kinder in über 10 Jahren erheblich größerer Mediennutzung nicht verschlechtert.

Macht Naharbeit kurzsichtig?

Ja. Forschungen vor allem in Asien haben ergeben, dass Naharbeit wie Lesen und Schreiben, kombiniert mit dem Aufenthalt in geschlossenen Räumen, Kinder eher kurzsichtig werden lässt.

Oder umgekehrt: Kinder werden weniger leicht kurzsichtig, wenn sie sich mehr im Freien aufhalten und weit blicken können. Allein Freiluftunterricht sorge schon für weniger Kurzsichtigkeit, sagen Wissenschaftler.

Kurzsichtigkeit bei Kindern in Deutschland

Zwischen 2003 und 2006 erhob das Robert-Koch-Institut im Rahmen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings KiGGS Daten zur Kurzsichtigkeit von Kindern.

Damals erhielten über 15.000 Eltern Fragebögen, auf denen sie angeben sollten, ob ihre Kinder kurzsichtig sind und Sehhilfen benutzen.

Für etwa 12 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre meldeten die Eltern Kurzsichtigkeit, bei Mädchen etwas häufiger als bei Jungen.

In der zweiten Welle dieser Langzeitstudie wiederholten Forscher des Mainzer Universtitätsklinikums und des Robert-Koch-Instituts die Datenerhebung, mit etwas weniger Teilnehmern, aber dem gleichen Ergebnis: Jungen bis 17 Jahre waren zu 9,6 Prozent kurzsichtig, Mädchen zu 13,5 Prozent.

Schlechter für die Augen als Lesen dürfte die Zeit am Smartphone also nach den Ergebnissen der Studie nicht sein. Eltern brauchen ein anderes Argument.