words4science auf dem 4th European Chemistry Partnering Event

4thECP

Finde (Geschäfts-)Partner

Rede! Mit! möglichen! Geschäftspartnern! Das war am Donnerstag, den 27. Februar im Kap Europa Congress Centrum in Frankfurt ausdrücklich erwünscht. BCNP Consulting, in persona Dr. Holger Bengs, richtete dort zum vierten Mal die Veranstaltung „European Chemistry Partnering“ aus. Zweck dieses 4th ECP: Chemische High-Tech-Startups miteinander und mit strategischen Partnern zusammenzubringen. words4science nahm unter der Kategorie „Services” teil. In dieser Kategorie tummelten sich auch Infraserv Höchst, Patentanwaltskanzleien und Digitalberater.

Als Sprachdienstleister war ich ein Exot. Das Event hatte zwar viel mit Marketing zu tun, aber praktisch nichts mit Sprache. Alle schienen mit mehr oder weniger heftig akzentuiertem Englisch vollkommen zufrieden. Wer möchte mit einem Dienstleister reden, der sich auf die Übersetzung von Englisch nach Deutsch, auf wissenschaftliche und journalistische Texte spezialisiert hat?

 

Das Partnering

Nicht viele. Im Vorfeld vereinbaren die Teilnehmer Treffen, das heißt eine Partei fragt über eine Online-Plattform bei einer anderen an, ob sie an einem Gespräch interessiert sei. Wenn ja, bekommen beide vom Computer eine Zeit und einen Tisch zugewiesen. Dort dürfen sie 20 Minuten reden.

Ich stellte knapp zwei Dutzend Anfragen. Bis zum Schluss hatten viele gar nicht erst reagiert. Absagen kamen neun, wobei drei Parteien immerhin wissen wollten, was sie mit so etwas wie words4science anfangen sollten.

Fünf Treffen wurden jedoch ausgemacht, eines war sogar eine Anfrage von einer Mediengruppe an mich. Ein Gesprächspartner sagte noch während der Veranstaltung ab, weil er früher gehen musste. Dennoch: Vier Gespräche und ein Interview, das war gut!

Das Interview

Eine halbe Stunde lang durfte ich diesen Herrn interviewen:

So kann man ihn besser einordnen:

Das ist Dr. Holger Bengs, der Initiator und Organisator dieser Veranstaltung. Ein Energiebündel, unglaublich begeisterungsfähig. Ich habe ihn für Chemistry Views interviewt. Er redete in einem fürchterlichen Denglisch, aber war konzentriert und fokussiert (versuchte dabei ständig für seine Brands zu werben…) und nahm sich trotz ständigen Andrangs und obwohl er so ziemlich jeden auf der Veranstaltung zu kennen schien, über eine halbe Stunde Zeit für das Gespräch.

Nachzulesen ist die etwas gekürzte Version bald auf Chemistry Views.

Die Ergebnisse

Außer dem Interview brachte mir das Partnering tatsächlich fruchtbare Gespräche. Zum einen mit einem Hochschulvertreter (fürs wissenschaftliche Schreiben) und zum anderen mit einer portugiesischen Firma, die Graphen herstellt und verkauft (fürs technische Übersetzen). Einen Tag später sprach ich noch mit der Medienvertreterin (Lektorat und/oder Übersetzung).

Außer den direkten Partnering-Gesprächen erwiesen sich auch die Vorbeigeh-Unterhaltungen mit den Ausstellern als interessant und nützlich. Zum einen mit einer Schweizer Digitalfirma (zum Blog-Schreiben), mit einem französischen Tracking-Sensor-Bauer (Übersetzen), mit einem deutschen Maschinenbauer (der als Einziger zweisprachige Aufsteller hatte) und mit einem deutschen Chemikalienvermittler (einem klugen, aufgeschlossenen Menschen).

Da war doch noch…

Ach ja, zu Lernen gab es auch noch was. Außer den Partnerings, den Ausstellern und kostenlosen Häppchen, Getränken und einem warmen Mittagessen im Foyer, einem Areal, wo Arbeitssuchende und Arbeitgeber ihre Profile an die Wand hefteten, dem Get-Together am Abend vorher (wo ich nicht war), den Einführungs- und Abschlussvorträgen und -Runden (war ich auch nicht, saß ich noch beziehungsweise schon wieder im Zug) wurden in einer Reihe von Räumen – teilweise etwas abseits – Diskussionsveranstaltungen angeboten, Workshops also.
Bei zweien war ich. Einer ging über Batterietechnik und bestand aus mehreren Vorträgen von Firmenvertretern aus dem Chemiepark Bitterfeld. Ein anderer war klein, aber fein, mit nicht viel mehr als einer Handvoll Teilnehmern, aber einem hochaktuellen Thema: Digitalisierung. Der Moderator dieses Workshops war Dr. Thorsten Gressling:

Dr. Gressling ist in einer Software-Firma, die über Künstliche Intelligenz berät. Er hat ein Buch geschrieben, das bald herauskommt. Ein Hochschullehrer, zwei Firmenvertreter, Herr Gressling, eine Rentnerin und ich haben uns über die den Zugang zur Digitalisierung und die Möglichkeiten, in Hochschule und anderswo künstliche Intelligenz zu lernen und anzuwenden, ausgetauscht.

Fazit

Auch High-Tech-Leute brauchen mal Schreib- und Sprachunterricht. Auch wenn im High-Tech-Bereich die Übersetzung Englisch-Deutsch nicht wichtig ist – Webseiten und die ganze Kommunikation sind durchgängig auf Englisch –, bieten sich Nischen für fleißige Schreiberlinge an. Blogschreiben (auf Englisch). Patentschriften und Sicherheitsdatenblätter übersetzen. Journalismus. Studenten wissenschaftliches Schreiben beibringen.
Wie Herr Bengs so schön sagte: Leute sollen zusammenkommen und reden, nur so geht Innovation.